Ende Juni finden stets die Hot Rod Races auf dem Flugplatz (Luftfahrtmuseum) Finowfurt statt

Am Samstag, den 26.06.2010 hatten wir den ersten heißen Sommertag in Berlin/Umgebung und so machten wir uns also auf - Richtung Finowfurt.


Der Flugplatz wurde 1936 im Zuge der Errichtung der Autobahn A 11 gebaut. Er diente im Zweiten Weltkrieg als Militärflugplatz und wurde am 22. April 1945 von sowjetischen Truppen besetzt. Ein Neuausbau erfolgte 1983, die Start- und Landebahn wurde mit einer dünnen Asphaltschicht und Beton überzogen.


Nach der Einnahme des Flugplatzes durch die Rote Armee landete am 2. Mai 1945 erstmals ein mit Jak-9 und P-40 ausgerüstetes sowjetisches Jagdfliegerregiment in Finow. Im Jahr 1951 wurde es auf MiG-15 und 1954 auf MiG-17 umgerüstet.

Im Ergebnis des politischen Entspannungsprozesses zum Ende der Achtziger Jahre wurden die MiG-25 1989 in die Sowjetunion zurückgeführt. Nach der politischen Wende in den Warschauer Pakt-Staaten verließen die letzten Kampfflugzeuge (MiG-29), nunmehr den Russischen Luftstreitkräften zugehörig, den Flugplatz Finow in Richtung Ross, Weißrussland.

Seit dem Abzug der russischen Streitkräfte ist der Flugplatz Finow für den zivilen Flugverkehr geöffnet. Auf dem Flugplatz können alle heute existierenden Flugzeuge starten und landen. Auf dem westlichen Teil des Platzes in der Nähe des Ortes Finowfurt befindet sich auf dem Gelände das Freilichtmuseum Luftfahrthistorische Sammlung Finowfurt. Dort werden unter anderem ausgemusterte Flugzeuge der militärischen und zivilen Luftfahrt gezeigt. Und ab und zu kann dieses Teilstück auch anderweitig genutzt werden - z.B. für US-Car-Ausstellungen oder Hot Rod Races!




Und was sind nun eigentlich Hot Rods??!!

Ein Hot Rod oder auch Hotrod ist ein speziell modifiziertes, meist US-amerikanisches Automodell aus den 1930er bis 1940er Jahren. Der Originalmotor ist zumeist durch ein leistungsstarkes V8-Aggregat ersetzt, die Karosserie aus optischen Gründen umfangreich verändert. Die Herkunft des englischen Begriffs ist nicht sicher. Eine Erklärung ist, dass es sich um die Zusammenziehung von Hot Roadster für leistungsgesteigerter Roadster handelt. Möglich ist auch, dass Hot Rod von den Begriffen Connection Rod für Pleuelstange oder Pushrod für Stößelstange abgeleitet ist.


Zu Beginn wurden Hot Rods auf der Basis preiswerter, älterer Modelle aufgebaut. Das Gewicht wurde reduziert und ein stärkerer Motor eingebaut. In den 1940er Jahren fanden die aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrenden Soldaten sowie auch Jugendliche aus wohlhabenderen Familien so eine preiswerte Möglichkeit, sich Beschleunigungsrennen zu liefern. Die ersten Hot Rodder sind somit die Pioniere des Drag Racings.

Die Veränderungen an den Karosserien der Fahrzeuge dienten in den Anfangszeiten des Hotrodding fast ausschließlich dazu, bei Beschleunigungsrennen bessere Zeiten zu erreichen. Das Abmontieren der Kotflügel diente diesem Zweck. Um etwa auf Salzseen Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen, wurde die Frontfläche verkleinert und damit der Luftwiderstand verringert. Eine klassische Möglichkeit zur Verringerung der Frontfläche ist das Top-Chop, bei dem das Dach des Wagens durch Verkürzung der Dachsäulen abgesenkt wird. Heutzutage werden solche Umbauten fast ausschließlich aus optischen Gründen vorgenommen.



Waaaahnsins Teil...



Aber andere schicke Oldtimer gab es auch!





Coole Mustangs im bunkerartigen Hangarbereich


Ja, Zweiräder waren auch zugegen:


Da ist sie ja wieder - diese hübsche Indian!




Heiiißes Gerät...

             ...dieses Fahrrad!

Zwei Stunden lang waren wir in der glühenden Sonne - staunend von Auto zu Auto - über staubige Wege geschlichen. Um die Mittagszeit herum hatten wir mächtig Durst und durchaus auch Hunger.

Im kulinarischen Sinne hatte man die Wahl zwischen einer Bratwurst in der Nähe eines DDR-Gemäuers mit Grenzübergangfeeling oder...





...einer kochendheißen Suppe aus der Armee-Gulaschkanone



Eine echte Erfrischung bei 30 Grad im Schatten  ;-)

Wir kauften uns jeder eine Rostbratwurst mit Cola und während des Kauens fiel mir...



...dieses friedvolle Stillleben ins Auge:

"Schwarzer Kampfhund zwischen silberfarbenem Hot Rod und olivgrünem Raketen-Transportfahrzeug"



Wer jetzt Lust hat, sich ein eigenes Hot Rod zu basteln -

Hier wäre dann schon mal der Anfang:




Und die Fuzzy Dice (Plüschwürfel) hängen auch schon dran...

Was hat es eigentlich mit diesen Plüschwürfeln auf sich?

Die im Original gehäkelten Würfel waren im Zweiten Weltkrieg als Glücksbringer der US-Luftwaffe beliebt. Nachdem sich viele ehemalige Soldaten nach dem Krieg dem Hobby Hot Rod verschrieben hatten, wurden die Würfel allmählich zu Symbolen. In der Hot-Rod-Szene signalisierten die Würfel die Bereitschaft, ein illegales Autorennen zu fahren - dazu wurden die Würfel meist an die Außenspiegel gehängt. Die Vorliebe für ein Symbol aus dem Glücksspiel lag außerdem darin begründet, dass damals Letzteres gesetzlich verboten war.

Aber nicht immer hängen Würfel am Rückspiegel...



Die Leute aus der Hod Rod-Szene sind da sehr einfallsreich!









Das Publikum war erwartungsgemäß großartig!

Real cool Guys...



...und natürlich auch süße Girls!





Gefachsimpelt wurde viel...






Oh, schon 15 Uhr - gleich beginnen die Races!




Also rasch in Richtung Tribünen...

Beim START fanden wir ein recht gutes Plätzchen.
Die Sonne knallte einem ordenlich auf den Deetz!




Na wer duckt sich denn da unter dem Schirm?!   ;-))


Zuerst sind die Zweiräder dran:






                                                                                       Määäähhh....knatter....





Ah, der Starter-Girl-Hühnerhaufen!






In der Pause zwischen den Bikes und den Cars zeigt uns dieser Tüftler ohne Nerven...




...was wirklich Coolness ist. Auf einer Motorhaube sitzend lässt er sich von einem ferngesteuerten (natürlich selbst konstruierten) Töfftöff funkensprühend übers Pflaster ziehen - Wahnsinn!

Und dann kamen endlich die Autos!









Rosie war diesmal anscheinend pünktlich vor Ort. Jedenfalls schwenkte sie bei den Cars als erste die Startflagge!




Gooooooo!!!!





Rassel, quietsch, brumm, wööööhhh, määäähhhm, öttel, schauf...    ein ziemlicher Krach  ;-D











































So, Leute - das war´s!



Sieben Stunden waren wir in der Hitze vor Ort gewesen. Waren über sandige Wege gelaufen und hatten uns Sonnenbrände auf der Race-Tribüne eingefangen. Anstrengend.
Kaputt sowie ziemlich schmutzig fuhren wir gegen 18 Uhr 30 wieder nach Hause und kamen uns ein bisschen vor, wie verdreckte Kinder, die abends vom Spielplatz kommen.

Und, hat´s Spaß gemacht?   Oja! Sehr sogar!