Swing / Boogie
Swing gilt als populärste Stilrichtung des Jazz. Der swingende Jazz entstand Ende der 20er Jahre und fand zwischen 1935 und 1945 seinen Höhepunkt. Sehr beliebt waren in dieser Zeit die Big Bands. Oft (jedoch nicht ausschließlich) von weißen Künstlern interpretiert, hat der Swing seine Wurzeln in der Afroamerikanischen Musikkultur. Die oftmals eingesetzten Blasinstrumente (Posaune, Klarinette und Trompete) verraten einen deutlichen Einfluss aus dem (schwarzen) New-Orleans.
Der Boogie allerdings wird eher vom Klavier dominiert.
Auch der Swing sprach, wie später dann der Rock´n´Roll, vor allem die Jugend an. Es wurden wild-ausgelassene Tänze entwickelt (z.B.: den fröhlichen Lindy Hop oder den rasend schnellen Jive). Swing ist Tanzmusik!
In der Nazi-Zeit war Swing hören und danach tanzen in Deutschland verboten, denn beim Swing schien wohl etwas wie Freiheit, Abenteuer und Freigeist buchstäblich mitzuschwingen. Alles Dinge, die unter vorerwähntem Regime keinen Anklang fanden.
Ein Ausschnitt aus dem Film "Swing Kids", der in den 90er Jahren in Amerika gedreht wurde - Dieser Film gilt thematisch und inhaltlich als misslungen - aber die Musik ist toll und die Tanzszenen sind echt klasse!
Andrew Sisters

Selbstverständlich gab es auch im Bereich Swing ruhigere Stimmen:

Billie Holiday
Louis Jordan

Louis Prima swingt auch - aber er läutete mit seiner speziellen Art bereits die Rock´n´Roll-Ära ein:

Sam Butera:

auch bei Sam Butera wird der Übergang zur Rock´n´Roll-Ära deutlich...
Lucky Millinder erfreut mit "Chew Tobacco Rag"

Tiny Bradshaw

Cab Calloway

(Drummer) Gene Krupa


Glenn Miller, Meister seines Fachs, darf natürlich nicht fehlen: "Chattanooga Choo Choo" (nein, der Sonderzug nach Pankow ist nicht das Original).

Hey - und es gibt auch ne kleine Pfeif- und Gesangseinlage.
Wie wär´s mit ein paar neuzeitlichen Swing-Bands?!
Zum Beispiel: Indigo Swing


Oder Brian Setzer mit seinem Orchestra (BSO). Dieser Bursche hatte in den 90er Jahren die Rockabilly-Ebene ein wenig verlassen und sich dem Big-Band-Swing zugewandt. Ebenfalls mit Erfolg. Ganz aufgeben konnte Setzer den Rock´n Roll aber doch nicht. Zum Glück. denn dort möchte man nicht auf ihn verzichten. Immer mal wieder gibt es Stray Cats-Renunion und entsprechende Tourneen.

Setzers Interpretationen vom Swing sind stark vom Rockabilly geprägt. Der authentische Swing der 30er und 40er Jahre setzte die Gitarre, wenn überhaupt, eher im Hintergrund ein. Bei Mr Setzer steht sein Lieblingsinstrument natürlich stark im Vordergrund. Als hätte er eine eigene Musikrichtung, so eine Art "Swing-Billy", erfunden. Nicht jedem gefällt das. Mir aber schon, denn wie gesagt: Ich mag es, wenn Musiker sich "was einfallen" lassen...
Hier also ein mitreißender Titel aus seiner Swing-Epoche:


Ray Collins Hot-Club - Das swingt durch Körper und Seele!
Im Frühjahr 2008 (Bln Admiralspalast)

Bassy Club (Berlin) im Dezember 2011

Die Hamburgerin (DJ) Swingin´Swanee, hat zwei sehr schöne Swing-Collection-CD´s zusammengestellt.